Jahresrückblick 2016

Geschätzte, treue Leser, zunächst einmal wollte ich euch allen ein frohes, buchreiches neues Jahr 2017 wünschen!!! Wenn auch mit etwas Verspätung, so wollte ich mir einen Rückblick auf das ereignisreiche Jahr 2016 dann doch nicht nehmen lassen.

Ereignisreich – dieser Beschreibung wird mein Blog seit geraumer Zeit leider nicht mehr gerecht. Dafür kam man als einigermaßen politisch interessierter Mensch kaum drum herum, das vergangene Jahr als historisch zu begreifen. Flüchtlingskrise, Rechtspopulismus, Europakrise, islamistischer Terrorismus, Brexit, Trump, Türkei…Es scheint an allen Ecken und Enden zu brennen und ich muss gestehen, dass ich noch nie so pessimistisch in einen Jahreswechsel hineingegangen bin, wie in diesen. Hoffen wir einfach, dass sich vielleicht doch Besserung an der einen oder anderen Front einstellt.

Persönlich war mein 2016 einigermaßen durchwachsen und hat vielerlei Anlass zum Nachdenken geboten. Auf der Plusseite: Unsere kleine Tochter ist mein absoluter Sonnenschein und Glücksfaktor Nummer eins, genau wie mein großartiger Mann. Da wir eine recht gute Betreuung gefunden haben (leider manchmal mit Abstrichen in der B-Note), konnte ich meinen alten Job mit den geliebten Kollegen wiederaufnehmen. Das macht richtig Spaß und tut gut. Jobtechnisch darf ich also weiterhin in der Buchbranche unterwegs sein, was ich sehr schätze.

Kommen wir nun zum Bücher- und Bloggerjahr 2016.

Das war, wie schon gesagt, weit weniger aufregend. Ich hoffe sehr, dass ich 2017 sukzessive wieder mehr Zeit in Bücher und Rezis investieren kann. Einer meiner festen Vorsätze für das neue Jahr. Jaja…wir werden sehen. Der Blog geht ja nun schon in sein sechstes (wow…) Jahr und ich bin trotz der wenigen Zeit für Beiträge froh, dass ich ihn zwischendurch nicht aufgegeben habe.

Vergangenes Jahr ist es tatsächlich häufiger passiert, dass mir von Autoren und Verlagen Rezensionsexemplare angeboten wurden. An dieser Stelle muss ich mich einmal ganz dolle dafür entschuldigen, dass ich oft lange gebraucht habe und am Ende auch schon mal ganz vergessen habe, auf die Anfragen zu antworten. Prinzipiell nehme ich gerne auch weiterhin Anfragen entgegen. Möglicherweise finde ich im neuen Jahr doch auch einmal Zeit für diese Dinge. Tatsächlich hatte sich unter den Angeboten von 2016 nichts gefunden, das mich so sehr gereizt hätte, dass ich dafür bereit gewesen wäre alles stehen und liegen zu lassen.

Zeit zum Stöbern hatte ich auch nicht so viel, dennoch ist mir der eine oder andere schöne Blog ins Auge gefallen und meine Linkliste bedürfte dringend einer Aktualisierung.

Sehr glücklich bin ich darüber, dass sich trotz der geringen Beitragsdichte hier immer noch regelmäßig einige Leser „verirren“ und auch ein paar Follower hinzugekommen sind. Das sorgt immer wieder für Motivation. Danke!

Die Statistik ist richtig mies: Gerade einmal drei Buchrezensionen und eine Filmbesprechung. Das kann ja eigentlich fast nur besser werden… Unter den mickrigen drei Büchern hat sich auch kein nennenswerter Knüller befunden. Ach, 2017, ich setze all meine Hoffnungen in dich! 😀

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Und schon wieder ein Jahr um…

WP_20150605_14_40_34_ProHallo treue Leserschaft,
wieder ist ein Jahr um und ich hoffe, ihr alle habt einen guten Start in 2016 hingelegt!

Ich war dieses Jahr eine wahrlich untreue Tomate, was den Blog angeht. Aber das habe ich schon kommen sehen 🙂 Wie sehr das Leben mit Baby vereinnahmt, das hätte ich mir vorher allerdings niemals vorstellen können. Ein kleiner Mensch verändert so ziemlich alles, und das Wort „Freizeit“ war über Monate hinweg fast gänzlich aus meinem Wortschatz verschwunden. Dennoch war es das wohl wundersamste Jahr meines Lebens und das Glück ist ein täglicher, greifbarer Begleiter geworden. Ganz langsam findet sich auch wieder Zeit für den ganzen „Rest“, und so habe ich mich entschieden, diesen Blog noch nicht ganz aufzugeben und mal zu schauen, was 2016 so mit sich bringt.

Statistiken zum vergangenen Jahr machen wohl an dieser Stelle wenig Sinn – sie würden durch die Bank weg mager ausfallen.

Gerne möchte ich in den kommenden Tagen über meinen Kinobesuch in „Star Wars – Das Erwachen der Macht“ berichten, eine Rezension zum Klassiker „Thrawn-Trilogie“ verfassen und endlich einmal mit dem Buch weiterkommen, das bereits seit Sommer in der „Ich lese gerade…“-Warteschleife hängt. Gute Vorsätze sind also immerhin da. 😀

An dieser Stelle bedanke ich mich ganz herzlich bei den Leuten, die trotz der geringen Beitragsdichte immer wieder mal vorbeischauen! Ich lese durchaus noch den einen oder anderen Blogartikel zwischendurch und hoffe, bald selbst wieder etwas mehr Lesefutter beitragen zu können.

Lieben Gruß

Eure Aliénor

 

Nominierung „Liebster Award“

Ich wurde nominiert, für den „Liebster Award“. Ein Blog-Award, gedacht zum Kennenlernen und Weiterverbreiten von eher unbekannten Blogs ohne große Zahl an Followern. Da ich aus diversen Gründen mal beschlossen hatte, auf den Award-Marathon generell zu verzichten, bleibe ich dem nun treu.

Dennoch lege ich euch hiermit gerne den Blog ans Herz, von dem ich nominiert wurde: Exilberlin. Eine liebe ehemalige Studienkollegin von mir. Sie hat gerade vor ein paar Tagen frisch losgelegt und bloggt über ihre alte Heimat und die Erfahrungen, die man so macht, wenn man sich von dieser löst um hinaus in die Welt zu ziehen. Schaut doch mal vorbei!

https://exilberlin.wordpress.com/

 

Außergewöhnliche Umstände…

… erfordern außergewöhnliche Maßnahmen. Seit ich einen neuen kleinen Erdenbewohner in mir trage, platzt der Terminkalender förmlich aus allen Nähten, und Probleme mit den Augen scheinen bei mir auch dazuzugehören. Für die sind acht Stunden Büroarbeit im Moment mehr als genügend Beanspruchung. Nach der Geburt rechne ich auch nicht gerade mit einem Zuwachs auf meinem Freizeitkonto…Was also tun? Aufgeben möchte ich den Blog auf gar keinen Fall. So werde ich nun den Versuch wagen und meine Rezensionen bis auf weiteres in Kurzform abfassen. Zwar bin ich eigentlich ein Freund ausschweifender Formulierungen, doch da muss ich mich wohl oder übel umstellen bis „bessere“ Zeiten kommen. Schließlich möchte ich hier wieder ein wenig Leben in die Bude bringen und zum Lesen selbst komme ich noch einigermaßen.

Ich hoffe, das neue Konzept wird euch dennoch gefallen und es mir ermöglichen, wieder regelmäßiger zu posten. So starte ich also endlich mit einer brandneuen Rezi verspätet ins Lesejahr 2015. 🙂

Alle Jahre wieder…Der Jahresrückblick 2014

Junge, so schnell vergeht die Zeit…Und schon wieder steht ein neuer Jahresrückblick an. Dieses Jahr kann sich die Bilanz im Privatleben nur so mit Superlativen schmücken. Für den Blog fällt sie hingegen, zugegebenermaßen, ziemlich kläglich aus, was sicherlich mit ersterem zusammenhängt.

Rezis und Bücherhighlights in 2014

Richtig nachdenklich wurde ich, als eine meiner neuen Kolleginnen mich kurz vor Weihnachten nach meinem „Persönlichen Lieblingsbuch des Jahres“ gefragt hat. Mir wollte da zunächst partout nichts einfallen. Symptomatisch für das Lesejahr 2014, sage ich nur… Beim Durchscrollen blieb ich dann auch nur an zwei Titeln hängen, die sich längerfristig bei mir festgesetzt haben: „Der weiße Tiger“ hat sicherlich mein Bild von Indien nachhaltig geprägt und „Der Zwerg reinigt den Kittel“ hat mich wieder an meine eigenen Erlebnisse als Minijobberin im Altenheim erinnert und daran, wie selten über die häufig entwürdigenden Zustände in den „Verwahranstalten“ gesprochen wird. Diese beiden Highlights liegen schon etwas zurück und stammen aus dem Frühjahr. Abgesehen davon war eine ganze Reihe eher durchschnittlichen oder sogar unterdurchschnittlichen Krempels dabei. Insgesamt komme ich sowieso nur auf 12 Bücher. Immerhin: Eins pro Monat. Wäre dennoch schön, wenn das wieder besser wird.

Statistik, Statistik…

An dieser Stelle noch ein bisschen Futter für alle Zahlenfreunde.

2014 gab es hier 30 neue Blogbeiträge, immerhin 1.145 Seitenaufrufe und 516 Besucher. Die beliebtesten Artikel des Jahres waren:

  1. Digitales Lesen: Eine Bilanz nach zwei Jahren Selbstversuch
  2. Fundstücke: Puzzle „Magisches Bücherregal“
  3. Wissenswertes: Schnellleseapp „Spritz“
  4. Hier endlich die erste Rezi: „Der Zwerg reinigt den Kittel“ von Anita Augustin
  5. Aktionen: Bücherpuzzle-Gewinnspiel

Zumindest verrät mir die Statistik, dass Beiträge zu anderen Themen offenbar besser ziehen als stinknormale Rezis. Ich schließe daraus, dass es im nächsten Jahr thematisch durchaus wieder ein bisschen bunter zur Sache gehen darf 😉

Challenges

Momentan nehme ich nur an einer Challenge teil: Yvonnes „ABC der Verlage“. Zwar ist noch bis 31.7.15 Zeit, die restlichen 18 Bücher zu lesen. Dennoch hege ich so meine Zweifel, ob das noch hinhauen wird (Grund folgt weiter unten). Ich überlege mittlerweile, von dem mir selbstauferlegten Gebot, eher Bücher von unbekannten Verlagen zu lesen, abzugehen. Vielleicht im Endspurt ;-). Auf jeden Fall werde ich die Challenge bis zum bitteren Ende durchziehen und nicht allzu traurig sein, falls es nicht klappen sollte. Dabeisein ist doch alles 🙂

Neu entdeckte Lieblingsblogs

Ganz wie im letzten Jahr habe ich gerne auch mal auf den Seiten der Kollegen vorbeigeschaut, so weit die Zeit dazu da war. Ein paar tolle Neuentdeckungen waren darunter. Generell ist meine Blogliste thematisch breiter geworden, denn auch einige Seiten, die nicht direkt mit Büchern zu tun haben, haben mein Interesse geweckt. Die Auswahl auf der linken Seite muss ich jedenfalls bei Gelegenheit wieder auf den neuesten Stand bringen. Nun einige der neuen Favoriten.

DruckSchrift:

Hier geht es mehr um das „Drumherum“: Kalligraphie und Buchmalerei, Buchherstellung, Papier, historische Druckerzeugnisse… Ästhetik pur und uneingeschränkt empfehlenswert, wenn man ein echter bibliophiler Geist ist.

Wortwelt:

Man merkt, dass sich da jemand viel Zeit für die Rezensionen nimmt. Obwohl sie in der Regel etwas länger ausfallen, lese ich sie ausnehmend gerne bis zum Ende; sie sind nie langweilig, dazu ehrlich und lassen nichts vermissen. Der Blog ist einfach, aber übersichtlich aufgebaut, konzentriert sich auf das Wesentliche – und man wird auch nicht jeden Tag mit neuen Artikeln förmlich „bombardiert“. Lesen!

6 Grad Ost:

Dieses Jahr bin ich ein bisschen auf den Reiseblog gekommen. Wahrscheinlich, weil, aus mir noch unerklärlichen Gründen, einige Reiseblogger den Weg auf meinen Bücherblog gefunden haben. Auf jeden Fall macht es Spaß, sich auch mal etwas konkreter in fremde Welten zu träumen. Vor allem, wenn dabei so zauberhafte Beschreibungen und wahnsinnig schöne Fotos wie bei 6 Grad Ost winken. Das macht es einem dann wirklich leicht und die Zahl der potentiellen Reiseziele auf der Wunschliste wird nicht kleiner. 🙂 Dass man dabei auch nicht unbedingt immer in weiteste Ferne schweifen muss, das wird einem beim Spaziergang über die Seiten schnell klar.

Private Highlights und Ausblick auf 2015

Jaja, das Jahr war an Ereignissen wirklich nicht arm…Zwischen stressigen Bewerbungsphasen für uns beide, zwei neuen Jobs und einem Umzug ans andere Ende der Republik kamen die Bücher definitiv zu kurz. Und meine Schreiblust hielt sich teilweise arg in Grenzen. Ich glaube, kaum ein Jahr hat unser Leben so umgekrempelt und in eine neue Phase katapultiert wie dieses. Das Sahnehäubchen und der Grund, warum das im nächsten Jahr auch nicht „besser“ werden wird: Da ist ein kleiner neuer Erdenbürger unterwegs. Einfach Wahnsinn 🙂 🙂 🙂

Und zum Abschluss

Bleibt nur noch eins übrig – euch einen supertollen Start in euer neues Jahr 2015 zu wünschen!

Warum ich meinem Hobby gerade nicht nachgehe(n kann)

Uiuiuiuiui…schon über zwei Monate her, seit ich das letzte Lebenszeichen gegeben habe. Auf jeden Fall wollte ich da klarstellen, dass es mich noch gibt und den Blog auch.

Wie schon einmal angedeutet wird unser Leben gerade auf den Kopf gestellt – zum Positiven, denke ich. Mein Mann hat eine gute Stelle in Norddeutschland gefunden und ich ziehe nach, werde im Oktober in Bremen neu beginnen. Der Job wird meinem jetzigen sehr ähneln, bietet gleichzeitig aber auch neue, spannende Herausforderungen. Ich freue mich schon sehr, auch auf die neuen Kollegen, die ich bereits ein wenig kennenlernen durfte! Ein Nachmieter für uns ist mittlerweile gefunden, eine wunderhübsche Wohnung im schönsten Bremer Viertel steht bereit und der Umzugstermin ist fix. Fast schon unheimlich, wie gut das alles bis jetzt geklappt hat.

Die Schattenseite ist aber natürlich, dass die Zeit für’s Lesen momentan bei Null liegt. Ich weiß ja nicht wie es euch da so geht, aber ich mag nur lesen, wenn ich auch tatsächlich Zeit dafür habe. Immer mal so zehn Minuten zwischendurch sind nicht so mein Ding. Wenn, dann möchte ich ein Buch in drei, vier Portionen durchlesen und mindestens eine Stunde dranbleiben können. Ich hasse es wenn dann wieder viel zu viel Zeit vergeht bis ich richtig weiterlesen kann, und es macht mir nur so wirklich Spaß, wenn ich in der Lektüre versinken kann und nicht nach wenigen Minuten wieder aufgeschreckt werde. Wie sieht das denn bei euch so aus? Habt ihr kein Problem damit, zwischendurch mal ein paar Seiten zu überfliegen, oder seid ihr auch von der Sorte, die dann nur schlecht wieder auftauchen kann und lieber gar nicht erst anfängt?

Ich schätze jedenfalls, dass es den nächsten Lesestoff hier spätestens ab Mitte Oktober gibt. Dann tuckere ich aber hoffentlich mit Volldampf in den Bücherherbst, inspiriert von einem ganz neuen Umfeld. 😀

Bis dahin wünsche ich euch eine bücherreiche Zeit!

Eure Aliénor

Digitales Lesen: Eine Bilanz nach zwei Jahren Selbstversuch

P1000354Tatsächlich: Über zwei Jahre ist mein Kindle nun schon alt. Und gerade habe ich Lust, über die Zukunft digitaler und analoger Medien zu spekulieren sowie meine Leseerfahrungen zu teilen.

Eine erste Bilanz ist schnell gezogen: So enthusiastisch, wie ich mit dem digitalen Lesen angefangen hatte, so selten ist das Gerät in den letzten Jahren schließlich zum Einsatz gekommen.

Warum eigentlich?

Ja, digitales Lesen ist definitiv die Zukunft. Das war auch einer meiner Hintergedanken bei der Anschaffung. Und zweifellos dürfte das digitale Lesen irgendwann den Büchern den Rang ablaufen. Auch wenn ich inständig hoffe, dass das niemals die Abschaffung der Papierversionen bedeuten wird und dass diese auch in 30 Jahren noch einigermaßen erschwinglich bleiben werden…

Die Vorteile liegen auf der Hand: Extrem platzsparende Aufbewahrung der Schätze, Einkauf schnell und leicht per Klick vom Sofa aus und das Buch ist sofort da wenn man es braucht. Nette Zusatzfeatures wie eine Vorlesefunktion, interaktive Elemente, Schnittstellen zu sozialen Netzwerken, Wörterbücher oder diverse Suchfunktionen, auch für eigene  Kommentare; außerdem immer noch der oft günstigere Preis.

Beim digitalen Lesen steht der Inhalt im Vordergrund und man kann diesen hervorragend organisieren und mit ihm arbeiten. Und wenn man ihn nicht mehr braucht, kann man ihn einfach in den digitalen Ordner schieben und muss keinen Regalplatz oder gar die Mülltonne (schnief) damit versperren.

Das ist alles ganz wunderbar, solange es denn auch um Inhalte geht, mit denen ich in erster Linie ökonomisch arbeiten möchte: Wissenschaftliche Literatur, Lehrmittel, der eine oder andere Ratgeber vielleicht, fremdsprachige Literatur, die ich auch zur Wortschatzerweiterung lesen möchte…

So manch einer scheint ja auch im belletristischen Bereich der Maxime der Effizienz verfallen zu sein: So viele Bücher wie möglich verschlingen, innerhalb kürzester Zeit. Ich sage nur „Speed reading“, eine Technik, die offenbar auch viele Romanleser gerne beherrschen würden. Viel zu viele Bücher horten, die man sowieso niemals lesen wird – das ist digital wesentlich einfacher. Vor einiger Zeit hat mir jemand eine wirklich große Romankollektion in digitaler Form vermacht. Ich dachte, ich könnte mich viel mehr darüber freuen. Aber ich habe sie bis heute nicht wirklich angerührt, so regelrecht erschlagen bin ich von der schieren Menge eher unansprechenden Dateiensalats. Die Fragen, die über allem stehen: Wo bleibt da eigentlich der Spaß? Wo bleibt das Besondere? Wo bleibt das ganze Ritual, vom Stöbern im Laden bis hin zur letzten umgeschlagenen Seite und der Suche nach einem schönen Ehrenplatz für das Werk im Regal?

Seien wir ehrlich: Shades of Grey im Laden zu erstehen war mir damals vor den Kollegen dann doch irgendwie zu peinlich. Tatsache: Für alles, was man nur mit gewissem Unbehagen offen sichtbar für jedermann auf die Buchhändlertheke legt, ist der eBook Reader mit dem diskreten One-Click-Onlinekauf natürlich wie geschaffen. Und bequem, ohne Frage. Enttäuschendes mag man sich dann auch nicht unbedingt ins Regal stellen…

P1000355Da Bücher für mich in der Regel Freizeit bedeuten, bedeutet das auch, dass ich mir gerne Zeit dafür nehme. Das fängt schon bei der Auswahl an. Klar stöbere ich auch mit Freude online und lese Rezensionen der werten Bloggerkollegen. Ab und an wird ein toller Titel notiert und die Liste geht mit auf die nächste Einkaufstour. Vor Ort kann man dann in aller Ruhe das Buch genauer in Augenschein nehmen und – ganz wichtig – dabei noch weitere Entdeckungen machen. Live, sozusagen. Oder sich einen Tipp vom freundlichen Lieblingsbuchhändler besorgen 😉 Oder ein paar tolle Schätze bewundern und in die Hand nehmen, die man sich gerade nicht leisten kann, aber man kann schon mal davon träumen, das Buch eines Tages zu kaufen. Oder daran denken, wie schön es wäre, könnte man sich irgendwann eine richtige eigene Bibliothek im Haus einrichten. 😀

Vielleicht bin ich doch mehr Haptiker, als ich dachte. Mein Lesegerät liegt unbestritten gut in der Hand und mit der weichen, griffigen Rückseite fühlt es sich auch nicht schlecht an. Praktisch ist es auch, bei einem störrischen Taschenbuch nicht ständig gleich mit beiden Händen festhalten zu müssen. Aber natürlich kann das die ganze analoge Vielfalt niemals ersetzen – der Reader bleibt immer gleich. Die Bücher liegen immer anders in der Hand: Große Formate, kleine Formate, Hardcover, Taschenbücher, dickere oder dünnere Seiten, Lesebändchen, Imprägnierungen, verschiedenste Materialien für den Einband…Immer wieder ein neues Sinneserlebnis, sozusagen. Viele sagen ja auch, dass sie gerne an den Büchern riechen. Naja, ich rieche da meistens nicht wirklich was 😉

Die Features, die einige Geräte und eBooks liefern – Notizfunktionen, Vorlesefunktionen, Verbindung zu sozialen Netzwerken, interaktive Elemente etc. sind sicher nett, aber auch oft Spielerei. Hier gilt wieder, dass zu viele Möglichkeiten eben manchmal auch zu viele Möglichkeiten sind. Am Anfang habe ich gerne mit den vielen technischen Gadgets der Geräte, auch aus unserem Laden, herumexperimentiert – aber irgendwie bin ich da schnell müde geworden, wie bei einem Spielzeug, das seinen Reiz verloren hat.

Last but not least: Was gibt es schöneres für die Wohnung, als ein gut gefülltes Bücherregal, zu dem man eine emotionale Verbindung hat? Man schaut ab und an mal drauf und erinnert sich direkt an tolle Lesemomente. Fast wie ein Fotoalbum, das mit den Kinderbüchern bis weit zurück in die Vergangenheit reicht. Da nimmt man auch gerne ab und an die Arbeit mit dem Abstauben in Kauf oder das Fluchen bei Umzügen. Dekorativ ist es ohnehin. Das kann der Reader natürlich in keinster Weise „leisten“.

Und für alle Freunde der Effizienz und des praktischen Nutzens der Reader noch eine letzte Anekdote: Fast immer, wenn ich dann doch mal zum Gerät gegriffen habe, war passenderweise der Akku leer. DAS kann einem dann wirklich den Spaß verderben 😉

Ich freue mich natürlich über eure Kommentare und Meinungen zum Thema. Habt ihr ein Lesegerät und wie gerne bzw. wie oft und wofür benutzt ihr es?

Ein schönes Restwochenende wünscht euch, eure Aliénor!