ABC…Verlage im Portrait: Edition Nautilus

ABC_Verlags_ChallengeZu schöne Tage und zu viel unterwegs 🙂 Jetzt aber geht’s erstmal weiter mit dem noch fälligen Verlagsprofil. Habt ein schönes Wochenende, trotz miesem Wetter! Übrigens fällt morgen der Startschuss zu meinem eigenen Bücherpuzzle-Gewinnspiel. Das Puzzle ist fertig gelegt und eine Aufgabe dazu habe ich auch bereits im Kopf. Also, schaut nochmal rein die Tage, wenn ihr euch für englische Klassiker begeistern könnt.

A little bit of history:

Der Verlag entstammt der 68er Bewegung, der sich die drei Gründer Pierre Gallissaires, Hanna Mittelstädt und Lutz Schulenburg nahe fühlten. Hanna Mittelstädt ist heute noch die Verlagsleiterin. 1974, noch unter dem Namen MaD-Verlag in Hamburg gegründet, musste man 1975 nach einer Klage des MAD-Magazins auf den heute gültigen Namen umschwenken.

Das Programm:

Laut Wikipedia beinhaltete das Programm von Anfang an „politische, anarchistische, dadaistische und situationistische Schriften“. Auch Biographien sind zahlreich vertreten. Ein Vorzeigeprojekt ist bis heute die Veröffentlichung des Gesamtwerkes von Franz Jung. Dem gemeinen Leser wird wohl am ehesten der Erfolgskrimi „Tannöd“ von Andrea Maria Schenkel ein Begriff sein, der bei Nautilus veröffentlicht wurde. Denn auch Romane und Krimis gehören mittlerweile fest dazu.

Trivia:

Hat 2004 den begehrten Kurt Wolff Preis für herausragende unabhängige Verlage gewonnen.

Ob „off säggssch“ oder „uff hessisch“: Den Klassiker „Dinner for One“ findet man hier in so ziemlich jeder Dialektvariation. Ein Titel, der mich inmitten eines stark politisch geprägten Programms dann doch ziemlich überrascht hat 🙂

My 2 cents:

Das gefällt mir: Der Verlag hat es sich unter anderem zur Aufgabe gesetzt, vergessene und vernachlässigte Texte neu aufzulegen. Seit 2010 unterhält Nautilus eigens für Neuauflagen sogar das Imprint „edition fünf“. Und welcher Verlag kümmert sich heute noch persönlich darum, seine vergriffenen Restexemplare direkt an den interessierten Leser zu verkaufen?

Das nicht so sehr: Fällt eigentlich nicht zwingend unter „gefällt mir nicht“, aber da der Verlag sehr deutliche politische Positionen bezieht, wird das, je nach Einstellung, einigen Leuten gefallen, anderen nicht so sehr. Das Fass mache ich hier aber nicht auf. 🙂

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ABC…Verlage im Portrait: Gmeiner Verlag

ABC_Verlags_ChallengeSo langsam muss ich ein bisschen zulegen, was die Challenge angeht. Doch möglicherweise werde ich generell in der nächsten Zeit deutlich mehr zum Lesen kommen. So ganz raus ist das noch nicht. Hier jedenfalls erst einmal das noch fällige Verlagsportrait. Und da ich gerade Urlaub habe sollten auch die nächsten Rezensionen nicht mehr weit sein 🙂

A little bit of history:

Ganz so jung ist der Verlag nicht mehr. Er existiert seit nunmehr bald 30 Jahren (Gründung 1986) und steht bis zum heutigen Tag unter der Leitung von Armin Gmeiner. Landschaftlich idyllisch gelegen in Meßkirch, Nähe Bodensee, hat der Verlag etwas abseits des Ortskerns sein Domizil auf einem ehemaligen Gutshof.

Das Programm:

Schwerpunkt bleiben, nach wie vor, die (Regional)krimis, für die der Verlag bis heute den höchsten Bekanntheitsgrad verbuchen kann. Doch auch andere Genres prägen zunehmend das Programm: Historische Romane, Frauenromane, Literatur zum Thema Reise, Freizeit und Kultur…Die Reihe „Lieblingsplätze“, aus der ich hier einen Band rezensiert habe, ist ein typisches Beispiel für die Programmpolitik: Der Verlag nimmt sich besonders gerne regionalen Themen und Schriftstellern an, das allerdings durchaus auf gesamtdeutscher Ebene.

Trivia:

Wo sonst gibt es den „kriminellen Freizeitplaner“? Oder so einen skurrilen Gründungsmythos: „Ein Pfarrer hat mich mit dem Wunsch angesprochen, Enzykliken, also päpstliche Rundschreiben, auf Esperanto zu verlegen. Daraufhin habe ich einen Verlag gegründet.“ (aus einem Interview mit Armin Gmeiner auf Krimi-Couch.de).

My 2 cents:

Das gefällt mir: Was soll ich sagen – ich war mal zum Bewerbungsgespräch da. 😉 Der Verlag ist in den letzten Jahren sehr erfolgreich gewesen und bietet auch weniger bekannten, regionalen und ausschließlich deutschsprachigen Autoren eine willkommene Plattform, wo andernorts Lizenztitel dominieren. Design und Covergestaltung finde ich generell super und gut gelungen.

Das nicht so sehr: Die Themenauswahl dürfte ruhig an der einen oder anderen Stelle noch etwas breiter und anspruchsvoller werden. Und die Frauenromane passen irgendwie nicht so ganz ins Konzept…Aber ich bin auch einfach persönlich kein großer Fan von diesem Genre.

ABC…Verlage im Portrait: Schöffling und Co.

ABC_Verlags_ChallengeWie versprochen gibt es ab heute jeweils passend zum Challenge-Buch ein kurzes Verlagsportrait. Viel Spaß mit der neuen Kategorie!

A little bit of history:

Noch vergleichsweise jung: Der Verlag wurde erst 1993 in Frankfurt am Main gegründet von Klaus Schöffling. Dieser fing zunächst bei Suhrkamp an, gründete später mit seiner Frau die Frankfurter Verlagsanstalt und wagte schließlich mit Schöffling und Co. einen Neuanfang.

Das Programm:

Deutschsprachige Gegenwartsliteratur – eher von der anspruchsvollen Sorte. Zunehmend auch Lizenztitel (z.B. von Jennifer Egan).

Trivia:

Gilt als einer der wenigen unabhängigen deutschen Verlage. Ein Verkaufshit ist der „Literarische Katzenkalender“, den Elke Heidenreich einst in ihrer Sendung beworben hatte.

My 2 cents:

Das gefällt mir: Der Verlag tritt auf seiner Homepage sehr dezent und in schlichtem Design auf. So gibt es zum Beispiel keine Verlagschronik oder eine Eigenvorstellung voller Selbstbeweihräucherung.

Das nicht so sehr: Die Covergestaltung wirkt zumeist verstaubt und altbacken. Weitere Schwerpunkte scheinen Katzen- und Gartenbücher zu sein. Nicht wirklich spritzig und originell. Aber natürlich wieder einmal absolute Geschmackssache.