Rebellen der Ewigkeit, Gerd Ruebenstrunk

Rebellen der EwigkeitDies ist nun der letzte Roman, den ich im Rahmen der Buntes-Allerlei-Challenge rezensiere. Das Jugendbuch „Rebellen der Ewigkeit“ ist mir seinerzeit in der entsprechenden Abteilung als Leseexemplar unter die Finger gekommen. Schon die Inhaltsangabe hatte mich angesprochen und das Thema (ein bisschen Weltuntergangsstimmung, ein bisschen Science Fiction) liegt eigentlich voll im Trend. Doch die Abverkäufe waren nicht gerade besonders. Das Buch hat leider ein Problem: Das Cover! Das Motiv ist gar nicht mal schlecht gewählt. Doch die Farbkombination aus unscheinbarem weiß und grau mit dem grell-orangefarbenen Buchschnitt finde ich persönlich ganz gruselig.

Über den Inhalt gibt es allerdings fast nur Positives zu sagen 🙂

Der 17-jährige Willis lebt in einer ziemlich heruntergekommenen Welt (der Zukunft?), in der der internationale Konzern „Tempus Fugit“ aus der Lebenszeit von Menschen in finanziellen Nöten Profit schlägt. Jeder kann dort Teile seiner eigenen Lebenszeit verkaufen die wiederum an reiche Kundschaft veräußert werden.

Willis ist im Waisenheim aufgewachsen und kommt als Fahrradkurier gerade so über die Runden. Eines Tages wird er zusammen mit der gleichaltrigen Valerie, die gerade Zeit verkauft hat, um sich die dringend nötige Behandlung ihrer Mutter leisten zu können, in einen Verkehrsunfall verwickelt. Dadurch machen beide Bekanntschaft mit der Privatdetektivin Karelia Simms, die von „Tempus Fugit“ beauftragt wurde, eine Gruppe von Terroristen namens „Rebellen der Ewigkeit“ aufzuspüren, welche dem Unternehmen mit Sabotage droht. Die Tatsache, dass Willis für wichtige Beweise, die er an Karelia liefern sollte, von äußerst zwielichtigen Gestalten verfolgt wird, schweißt zusammen: Karelia nimmt die beiden jungen Leute in ihren Dienst.

Doch je näher die Ermittler den „Rebellen“ kommen, desto mehr häufen sich weltweit merkwürdige Vorfälle. Menschen leiden unter Gedächtnisproblemen, eine indonesische Bank behauptet, die Konten seiner Kunden würden nicht existieren und der argentinische Präsident wird von seinem eigenen Sekretär erschossen, der ihn für einen Putschisten hielt. Sollte da doch etwas nicht mit rechten Dingen zugehen im Geschäft mit der Zeit? Schon bald gerät die kleine Gruppe zwischen alle Fronten, und das sogar auf ziemlich persönlicher Ebene…

Vor allem der erste Teil der Geschichte weiß zu überzeugen. So verschieden die Charaktere von Willis, Valerie und Karelia auch sind, sie alle wachsen einem schnell ans Herz und die äußerst dezente Liebesgeschichte ist eine der überzeugendsten, die ich seit längerem gelesen habe. In gemächlichem Tempo haben Plot und Charaktere viel Zeit, sich zu entwickeln. Nach und nach tauchen einige Nebencharaktere auf, über deren Verwicklung in die ganze Geschichte man bis zum Schluss rätseln darf. Ganz nebenbei erhält man Einblicke in eine Welt, die der heutigen sehr gleicht. Schaut man jedoch genau hin, so stellt man fest, dass das Leben ungleich härter und schwieriger geworden ist, die Schere zwischen arm und reich noch weiter auseinanderklafft und Nachbarschaftshilfe statt soziales Netz angesagt ist.

Im zweiten Teil geht es dann richtig zur Sache und die Ereignisse überschlagen sich nur so. Das geht an manchen Stellen ein wenig zu Lasten der Glaubwürdigkeit und vor allem in Bezug auf Willis‘ Gefühle muss man sich gelegentlich mit der Erklärung behelfen, dass sich der Junge vielleicht doch noch irgendwie in der Pubertät befindet. Auch steckt mir einige Tage nach dem Lesen immer noch eine äußerst brutale Szene in den Knochen, die mich in einem Jugendbuch wahrhaft unvorbereitet getroffen hat. Gegen Ende wird dann das Geheimnis der „Zeitverwaltung“ von Tempus Fugit gelüftet. Die Erklärung wirkt schlüssig, liefert faszinierende Denkanstöße und sorgt für die nötige Prise Science Fiction.

Achtung, Spoiler:

Nach ausgiebiger Action darf man sich dann – längst nicht mehr selbstverständlich – über ein warmherziges und gutes Ende für all die liebegewonnenen Charaktere freuen und schlägt die letzte Seite mit einem guten Gefühl um.

Spoiler Ende.

Fazit: Never judge a book by it’s cover 🙂

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Verlag: arsEdition * HC * Januar 2012 * 416 Seiten * 978-3-7607-6539-6
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