Das Leben, das uns bleibt, Susan Beth Pfeffer

9783646923773Das Jahr neigt sich langsam aber sicher dem Ende entgegen. Zeit, noch einmal etwas für die Buntes-Allerlei-Challenge zu tun, damit ich meine allererste Teilnahme auch erfolgreich beenden kann.

Die Aufgabe „3. Band einer Trilogie oder Reihe“ kam mir gerade recht, habe ich doch „Die Welt, wie wir sie kannten“ damals regelrecht verschlungen. Teil zwei habe ich dann ausgelassen: In „Die Verlorenen von New York“ geht es um dieselben katastrophalen Ereignisse, nur dieses Mal aus der Sicht von Alex und weit weg vom beschaulichen Örtchen Howell und Mirandas Familie.

Was mir nicht klar war, als ich nur Teil drei kaufte, da dort die Geschichte um Miranda fortgesetzt wird: Alex spielt auch in Teil drei eine entscheidende Rolle…

Fast ein Jahr ist es mittlerweile her, dass der Mond näher an die Erde gerückt ist und Naturkatastrophen diese nahezu unbewohnbar gemacht haben. Immer noch herrschen stetige Dunkelheit und Kälte, da Aschepartikel die Sonne abschirmen. Nur mit knapper Not haben Miranda und ihre Familie, die Mutter Linda und die beiden Brüder Matt und Jon, den langen Winter überstanden. Endlich gibt es wieder dürftige, doch regelmäßige Lebensmittellieferungen. Wie lange das so bleibt, ist ungewiss. Miranda führt weiterhin ihr Tagebuch und schildert, wie schon in Teil eins, den täglichen Kampf ums Überleben und die ständige Angst und Hoffnungslosigkeit in Bezug auf die Zukunft.

Plötzlich bekommt die Familie Zuwachs: Matt lernt Syl kennen und Mirandas Vater steht vor der Tür mit seiner Frau Lisa und dem Baby Gabriel. Und noch drei weiteren Menschen, mit denen sie gemeinsam die Reise nach Pennsylvania überstanden haben: Charlie und die Geschwister Alex und Julie. Natürlich wird es nun schnell eng in dem kleinen Haus und auch die Vorräte müssen geteilt werden. Heftige Konflikte sind da vorprogrammiert. Alex möchte auch eigentlich gar nicht bleiben, sondern seine kleine Schwester in der vermeintlichen Sicherheit eines entfernten Klosters unterbringen. Doch Miranda fühlt sich zu ihm hingezogen…

Vielleicht hätte ich doch Band zwei lesen müssen, denn Alex, sein ganzes Verhalten und Denken, sind mir ein ziemliches Rätsel geblieben. Offensichtlich hat er in New York Schlimmes erlebt und möchte seine Gefühle nicht preisgeben. Trotzdem bleibt er mir irgendwie unsympathisch, fast unheimlich, und ich kann nicht ganz nachvollziehen, wie Miranda ihm so schnell in die Arme fallen kann (vielleicht tatsächlich nur, weil er quasi der letzte Junge auf Erden ist?).

Die Elemente, die mir im ersten Teil so gut gefallen hatten – die Tagebuchperspektive, Mirandas Gedanken und Gefühle, die man hautnah miterleben kann, die bescheidenen Glücksmomente, die Endzeitstimmung und die ständige Frage nach dem Morgen verbunden mit viel Spannung und Pageturner-Garantie – die gibt es auch in Teil drei und machen diesen wieder zu einem lohnenden Leseabenteuer. Hinzu kommen zahlreiche neue Figuren, die frisches Konfliktpotential in die Geschichte bringen, jedoch leider auch nicht immer große Tiefe erhalten.

Was mir die Fortsetzung allerdings ziemlich verleidet hat waren zum einen die nicht besonders überzeugende und irgendwie gezwungen wirkende Liebesgeschichte zwischen Alex und Miranda und zum anderen der immer stärker dominierende religiöse Aspekt. Alex ist enorm gläubig, ganz offensichtlich auch noch aus dem Grund, dass er sich schuldig fühlt für seine Taten im Überlebenskampf… Am Ende hält er es sogar für Sünde, wenn Miranda und er nicht heiraten, bevor sie…Na ja…Und dann sind da noch die ständigen Bibellesungen, die zur Abendroutine mutieren. Nichts gegen religiöse Gefühle, doch das war alles ein bisschen „too much“ und ich fand es schon immer traurig, wenn man sich einer Religion nur zuwendet, um sich selbst „reinzuwaschen“.

Nach dem starken Debüt nun ein Nachfolger mit ganz viel Potential und genauso packender Erzählkunst, dem ich wegen inhaltlicher Fehlgriffe leider „nur“ drei Koalas verleihen kann.

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Verlag: Carlsen * HC * 2012 * 272 Seiten * 978-3-551-58275-1
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