Veranstaltungen: Endlich wieder Messe!

P1000311Nachdem es die letzten Jahre nie geklappt hatte und Frankfurt nun quasi vor der Haustüre liegt, gab’s dieses Jahr keine Ausreden mehr: Also Freitag frei genommen und anderthalb spannende, vielseitige Tage auf DEM Event für alle Buchverrückten verbracht.

Tag 1: In Ruhe gucken können

Gelobt seien die Fachbuchtage! Noch ist ausreichend Platz auf den zahlreichen Gängen und man kann genüsslich flanieren, sich nach Herzenslust umschauen und auch mal länger an bestimmten Stellen verweilen. Nur schade, dass man die vielen literarischen Entdeckungen nicht direkt vom Fleck weg kaufen kann…aber vielleicht auch besser so für den armen Geldbeutel.

Drum herum der Trubel derjenigen, die auf der Messe arbeiten, Kontakte pflegen, von Termin zu Termin hetzen. Gegen Abend sieht man dann jede Menge müde, aber erleichterte Gesichter; die Weinflaschen werden geköpft und die Zigaretten, trotz Rauchverbot, angesteckt.

Das Programm 

Heute war vor allem Stöbern in Halle 3 und 4 angesagt. Halle 3 beherbergt die meisten deutschen Publikums- und Sachbuchverlage, außerdem Kinder- und Jugendliteratur sowie die Comics. Die Comicsparte fiel dabei auffallend dünn aus, zu meinem Erstaunen. Da hat Leipzig deutlich mehr zu bieten.

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Die meiste Zeit habe ich allerdings in Halle 4 verbracht. Hier hat mich besonders der Kunstbuchbereich begeistert. Die Highlights: Fraglos die kostbaren Faksimileausgaben diverser spezialisierter Verlage, der Stand des Gutenbergmuseums mit Druckpresse in Aktion oder die Ausstellung der Stiftung Buchkunst. Ja, dafür werden Bücher doch gemacht…

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Den Nonbook-Bereich habe ich auch nicht ausgelassen. Neben vielem Altbekannten habe ich auch die eine oder andere Neuentdeckung gemacht. Zum Beispiel den winzig kleinen Stand von „cats on appletrees“. Vor allem die Postkarten sind toll. Ich weiß schon, was ich demnächst bestellen werde…

Und übrigens gibt es sogar Kontaktlinsenbehälter in Eulenform…

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Da ich ja nun beruflich vorwiegend mit internationalen Fachzeitschriften zu tun habe, erwies sich auch eine Stippvisite in Halle 4.2 (Wissenschaft und Fachinformation) als lohnend: So konnte man die Produkte einmal direkt in die Hand nehmen und natürlich einen Blick auf die Menschen werfen, mit denen man sonst nur per E-Mail korrespondiert. Und ich konnte mich davon überzeugen, dass mein Lieblingsverlag aus dem Arbeitsalltag, Brepols, tatsächlich mit die schönsten Bücher und Zeitschriften herstellt. Auch in der Wissenschaft können ein wenig Ästhetik und eine ansprechende Typographie nicht schaden.

Die Leute 

Das Azubistro bot sich als Treffpunkt an, und tatsächlich habe ich an diesem Tag einige alte Bekannte, sowohl geplant als auch ungeplant, sehen und sprechen können. Hat viel Spaß gemacht! Auch einige Dozenten des Mediacampus gaben sich hier die Ehre.

Im Bistro habe ich meiner einzigen Lesung beigewohnt: Ursula Poznanski mit „Die Verschworenen“, der zweite Teil einer dystopischen Trilogie. Das hat wirklich Lust darauf gemacht, ENDLICH mal ihre SUB-Titel anzugehen. Frau Poznanski hat es geschafft, mit nur ganz wenigen Sätzen Spannung herzustellen. Was mir außerdem besonders gefällt, ist, dass sie immer wieder Motive abseits der ausgetretenen Pfade im Jugendbuch benutzt (ich sage nur „Schwarzdornritual“…).

Brasilien ahoi 

Zum Tagesabschluss habe ich dem diesjährigen Gastland der Messe im „Forum“ einen Besuch abgestattet. Ich hätte eigentlich etwas anderes erwartet-die Ausstellung glich eher einer Halle voll mit moderner Kunst. Das Motto war eindeutig „Papier“: Alles war aus Papier gefertigt, die Säulen, die Buchstützen, die Tische und Stühle…Die Hängematten waren leider stets belegt, so dass ich ihre Gemütlichkeit nicht austesten konnte. Ebenso wie die Kissen in „Embryonalstellung“…Da gerieten die Bücher fast ein wenig ins Abseits.

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Tag 2: Weniger Inhalt, mehr Show

Den Samstag habe ich nur noch halb auf der Messe verbracht. Das Gewühle war dann doch ein bisschen zu groß. Dafür gab es ein bisschen mehr Prominenz zu sehen als unter der Woche.

Denis Scheck und Henryk M. Broder habe ich live im Gespräch im ARD-Forum bewundern können. Bei Iny Lorentz war es Zufall, dass ich an der Signierstunde vorbeigelaufen bin. Und auch sonst hatte ich ein paar Mal das Gefühl, dass mir ein Gesicht bekannt vorkommt-wenn ich auch nicht ganz einordnen konnte, woher…

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Ich habe mir dann die Hallen etwas abseits der Massen vorgenommen: Die Nummern 5 und 6 mit den internationalen Verlagen. Hier war es noch schön leer und obwohl optisch weniger geboten wurde als in den deutschen Hallen und man mit japanischen oder türkischen Titeln natürlich nur bedingt etwas anfangen kann, war das internationale Flair schon einen Ausflug wert. Auch den einen oder anderen französischen Buchtipp konnte ich mir abholen. An einem Stand für Lehrwerke wurde ich dann direkt ungefragt und eifrig – natürlich auf französisch – beraten.

Ein besonderes Highlight war die von einigen Besuchern argwöhnisch beäugte Cosplayer-Szene, die sich vorwiegend im Congress-Center und draußen im Innenhof tummelte. Da musste die Kamera einfach gezückt werden. Und da ich mittlerweile – nur halb gezwungenermaßen – ein kleines bisschen mehr Manga-Erfahrung besitze, konnte ich, anders als in Leipzig zwei Jahre zuvor, auch endlich mal die eine oder andere Figur wiedererkennen. Übrigens DER Trend schlechthin: Free hugs 🙂

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Noch vor der großen allgemeinen Abreisewelle hieß es dann ab in die S-Bahn und erst einmal die unzähligen Eindrücke sortieren. Ich freu mich schon jetzt aufs nächste Jahr!

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