Collector, Markus Heitz

351_52738_119572_xxlDa mir gerade wieder ein wenig die Zeit fehlt, heute zur Überbrückung eine alte Rezi…

Die Menschheit im Jahr 3042 ist ins Weltall augebrochen und hat sich auf den verschiedensten Planeten angesiedelt. Dominiert wird alles von Großkonzernen, die sich einen skrupellosen Wettstreit um die neuesten Technologien liefern und sich an keine Regel zu halten scheinen. Der Wert eines Menschenlebens ist so weit gesunken, dass vielfach Experimente angestellt werden, entrechtete Mischwesen aus Mensch und Tier gezüchtet wurden und der „Order of Technology“ sogar für die Umwandlung des Menschen in Maschinen wirbt. Da hat man irgendwie nur noch wenig Mitleid, als eine neue Rasse, die sogenannten „Collectors“, auftaucht und beginnt, nacheinander Planeten zu erobern und unter ihre „Obhut“ zu stellen-die Menschen werden entmündigt und sollen sich kräftig vermehren – natürlich zu einem, wie sich später herausstellt, düsteren Zweck. Der kleine Schwerlastfahrer Kris und die Kleinkriminielle Faye geraten beide in die Fänge von Bangash-Industries und machen sich im Auftrag der Firma auf eine gefährliche Mission…


Die Welt, die Markus Heitz da entwirft, ist so düster, dass ich mich schon an Horrorfilme erinnert fühlte. Gleichzeitig hat sie mich leider nicht besonders überzeugen können und wirkte unausgereift. Alles in allem schien der Autor schlichtweg überfordert mit seinem selbsterschaffenen Kosmos und schöpft dessen Potential in keinster Weise aus: Erklärungen, wie es zu diesem und jenem gekommen ist, wirken oft eingesprenkelt und hölzern oder fehlen ganz (beispielsweise hätte mich mal interessiert, wie sich das mit den ganzen Religionen eigentlich entwickelt hat). Die zahlreichen Charaktere werden nur halbherzig entwickelt und erhalten keine Tiefe. Sachverhalte, über die man prima ein wenig kritisch hätte reflektieren können (der oben erwähnte gesunkene Wert des Menschen) lässt er relativ unkommentiert stehen.


Hinzu kommt, dass die Story zwar durchgehend spannend war, jedoch ein paar grobe logische Schnitzer enthielt. Der schlimmste kam am Ende, als eine völlig neue Rasse im Kampf gegen die Menschen auftaucht, die dann einfach unter den Tisch fallen – oder ich habe da etwas falsch verstanden? Die Sprache war mir oft zu derb und platt. Mit den Charakteren bin ich nicht richtig warm geworden, da mir irgendwie niemand so wirklich symphatisch war. Alle wirkten mehr oder weniger stumpf und abgebrüht. Das war auch der Grund, warum mir die Lovestory, die nebenherlief, etwas bemüht und unpassend vorkam.
Schade um die guten Ideen…

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Verlag: Heyne * Mai 2010 * 656 Seiten *  9783453527386
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