Die Welt, wie wir sie kannten, Susan Beth Pfeffer

9783646900095Eines meiner Lieblinge im Jugendbuchbereich…

Endzeitszenarien fand ich schon immer toll – wenn sie überzeugend, phantasievoll und ohne übermäßiges Drama geschildert sind – das ist hier der Fall.

Eine ganz normale amerikanische Famillie, alle sind freudig gespannt: Ein großer Asteroid soll auf dem Mond einschlagen und ein tolles Spektakel am Himmel garantieren. Doch dieser ist größer als angenommen und wirft den Mond aus der Umlaufbahn-näher an die Erde heran. Die Folge sind verheerende Überschwemmungen aufgrund veränderter Gezeiten und Vulkanausbrüche, die das Klima auf der Erde in Richtung Eiszeit verändern. Niemand weiß außerdem, ob nicht doch der Mond eines Tages auf die Erde stürzen wird. Miranda und ihre Familie tun ihr Möglichstes, um zu überleben…

Wenn man einmal den Gedanken beiseite lässt, ob die Situation wissenschaftlich überhaupt plausibel ist, fand ich das Buch überzeugend, da es in Tagebuchform geschrieben ist und glaubhaft die Gedanken und Sorgen der 16jährigen Miranda wiedergibt. Die Familie muss eng zusammenrücken und das Leben wird immer beschwerlicher, das Essen knapp, die Kälte drängend. Niemand weiß, wie alles enden wird. Es kommen keine Nachrichten mehr durch und die Verhältnisse spitzen sich immer weiter zu. Strom gibt es immer seltener, durch den Schnee kommt man irgendwann sogar kaum noch aus dem Haus und selbst eine harmlose Grippe wird zur tödlichen Gefahr.

Dabei bleibt Miranda ein ganz normaler Teenager, der einfach nicht immer in erwachsener Manier an ihre gefährliche Lage denken kann und es ihrer Mutter schwer verübelt, wenn sie zum Beispiel von ihr nicht rausgelassen wird, um sich mit ihrem neuen Freund zu treffen. Trotz der immer weiter gehenden Einschränkungen versuchen alle, ihr Leben irgendwie noch lebenswert und so normal wie möglich zu gestalten.

Der Schwerpunkt liegt hier eindeutig nicht auf den Katastrophenszenarien, sondern darauf, wie ganz normale Menschen mit einer derartigen Situation klarkommen. Man fühlt sich daran erinnert, wie gut wir es eigentlich alle haben. Auch, dass es kein richtiges Happy End gibt, hat mir, ganz im Sinne einer realistischen Darstellung, gut gefallen.

Aber die Hoffnung stirbt natürlich zuletzt 🙂 Tatsächlich gibt es zwei Fortsetzungen, wobei letztere erst Anfang August erschienen ist. Die erste, „Die Verlorenen von New York“, schildert dieselbe Katastrophe, jedoch aus der Sicht einer weiteren Familie in New York. Mit „Das Leben, das uns bleibt“ kehrt Susan Beth Pfeffer jedoch endlich wieder zu Miranda zurück – das würde mich dann auch wieder reizen…Mal schauen…

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Verlag: Carlsen * HC * März 2010 * 412 Seiten * 978-3-646-90009-5
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