Das Lächeln der Frauen, Nicolas Barreau

Barreau-Lcheln-der-FrauenHeiraten ist was Feines 🙂 Aber natürlich sehr zeitaufwändig…Daher für Zwischendurch mal wieder eine ältere Rezi. Da dieses Buch vor nicht allzu langer Zeit als Taschenbuch erschienen ist, passt es auch ganz gut. Wobei sich die gebundene Ausgabe in diesem Fall ganz besonders hübsch im Regal macht 😉

Aurélie Bredin ist eine Pariserin, wie man sie sich seit „Die fabelhafte Welt der Amélie“ kaum anders vorstellen kann: Jung und hübsch, ein wenig in sich gekehrt, daheim eine Wand mit Zetteln voller Gedankenfetzen und in der Gastronomie beschäftigt-in diesem Falle als Eigentümerin eines gemütlichen Restaurants mit dem klangvollen Namen „Le temps des cerises“. Und natürlich glaubt sie an die Macht des Schicksals.
Nachdem sie von ihrem Freund, dem überspannten Künstler Claude, verlassen wurde, spaziert sie reichlich niedergeschlagen durch die Stadt. Da verirrt sich die ansonsten wenig bibliophile Frau in eine kleine Bücherei und Fortuna spielt ihr den Erstling des englischen Autors Robert Miller in die Hände. Verblüfft muss sie feststellen, dass sie und ihr Restaurant in diesem Roman die Hauptrolle spielen. Oder ist das doch alles nur ein Zufall?

Hartnäckig versucht sie fortan, mit dem öffentlichkeitsscheuen Inselbewohner in Kontakt zu treten. Doch dafür muss sie erst an Cheflektor André Chabanais vorbei-der ein kleines, aber entscheidendes Geheimnis verbirgt…
Wer gerne herzerwärmende Liebesromane zum Mitträumen liest wird hier gut bedient. Barreau gelingt es, französisches savoir-vivre in bunten Bildern heraufzubeschwören. Glücklicherweise bleiben in der deutschen Übersetzung viele Ausdrücke und Satzteile stehen, so dass allein auf diese Weise die passende Atmosphäre aufkommt. Obwohl das viele Pariser Flair für meinen Geschmack schon hart an der Grenze zum Kitsch vorbeischrammt, rettet Barreau den Plot mit einem guten Schuss Humor. Das Verwirrspiel, zu dem sich der charmante Chabanais gezwungen sieht, entlockte mir nicht selten ein breites Schmunzeln. Besonders lustig wird es natürlich dann, wenn französische auf britische Lebensart trifft. Ganz nebenbei gewährt „Das Lächeln der Frauen“ noch einen augenzwinkernden Blick hinter die Kulissen des Literaturbetriebs.
Alles in allem ein netter Titel, um nach dem langen Winter die ersten Frühlingsgefühle zu wecken (oder in einem verregneten Sommer…).

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Verlag: Thiele * HC * November 2010 * 336 Seiten * 978-3-85179144-0
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