Das letzte Königreich, Bernard Cornwell

5490445_5490445_bigMännlich, männlicher…Bernard Cornwell!

Mein erster Roman aus der Feder des englischen Autors hat mich davon überzeugt, dass es so etwas wie ein genuines Männerbuch tatsächlich gibt. Hier dreht sich alles rund um Mut, Ehre, Schlachten, Saufen und Raufen. 😉

Nordengland im 9. Jahrhundert: Der junge Uthred soll eines Tages von seinem Vater die Bebbanburg erben. Daraus wird jedoch nichts: Mit nicht einmal elf Jahren zieht er in den Krieg gegen die Dänen. Der Vater verliert sein Leben in der Schlacht. Er selbst gelangt in die Obhut des Wikingergrafen Ragnar, eines rauen, aber herzlichen Mannes, der ihn, beeindruckt von dessen Mut, wie einen eigenen Sohn aufzieht.

Von nun an ist Uthred auch an den zahlreichen Eroberungsfeldzügen der Dänen in England beteiligt und verbreitet mit seinem Schwert Angst und Schrecken. Die christliche Lehre ist ihm zuwider und er lernt, die heidnischen Götter anzubeten. Die englischen Könige mit ihren ewigen Gebetslitaneien und geistlichen Beratern hält er für feige Schwächlinge. Schließlich bleibt Wessex unter König Alfred das letzte verbliebene englische Königreich, das im Visier der Wikinger steht. Doch plötzlich stellt sein Erzfeind Kjartan Uthreds Welt auf den Kopf: Wird er doch noch die Seiten wechseln?

„Das letzte Königreich“ ist lediglich der erste Band einer Fortsetzung, deren Ende noch bis heute offen ist. Augenblicklich befindet sich der fünfte Teil, „Death of Kings“, in der Übersetzung. Es geht auch im Folgenden stets um den in seiner Identität verunsicherten Uthred und den Kampf König Alfreds gegen die Wikinger.

Für mich war die Erzählung leider über weite Strecken hinweg uninteressant. Dabei muss man sagen, dass ich kein Fan von Schlachtengetümmel und brutalem Blutvergießen bin. Auch strategische Kriegsführung zählt nicht zu meinen Interessensgebieten. Diese Dinge bilden jedoch ausdrücklich den Schwerpunkt. Andere Aspekte wie die Lebensumstände zu jener Zeit, Charakterzeichnungen, Uthreds innerer Konflikt oder die Liebe kamen leider viel zu kurz. Interessant fand ich lediglich den tollkühnen Ragnar und Uthreds Geliebte, den Wildfang Brida. Bei beiden wurde jedoch das Potential kaum ausgeschöpft und man erfährt wenig bis nichts über ihre Gefühlswelt -man denke zum Beispiel an Bridas Fehlgeburt, die in ein paar Sätzen abgehandelt und nie wieder erwähnt wird.

Insbesondere das Porträt der Dänen, bei denen Wissen und andersartiger Glaube belächelt wurden und stattdessen Männlichkeit und Schwerter gefragt waren, ist mir ein bisschen zu stereotyp geraten.

Für Fans dieser Art von Literatur ist jedoch sicherlich Unterhaltung garantiert.

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Verlag: Rororo Taschenbücher * Januar 2007 * 480 Seiten * 978-3-49924222-9
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